Es ist unglaublich, wie schnell mit KI Produktvideos erstellt werden können.
In letzter Zeit habe ich wieder viel herumexperimentiert und festgestellt:
Schall und Rauch Marketing muss mit der Zeit gehen.
Lediglich ein paar Post-Beiträge werden dem Satire-Universum einfach nicht gerecht.
Tatsächlich war es wieder einmal ein Schüler, der mir ein paar Tools gezeigt hat, mit denen er etwas rumgespielt hat.
Und dann bin ich auf den Geschmack gekommen.
Es gibt Tools für High-End Imagevideos und andere, in welchem es ganz unkompliziert möglich ist aus einer Video-URL ein passendes Produktvideo zu erstellen.

Von der URL zum fertigen Produktvideo
Das Spannende an einigen dieser Tools ist die Einfachheit.
Im besten Fall brauche ich keine aufwendige Videoproduktion, kein eigenes Studio und auch keine stundenlange Arbeit am Schnitt.
Ich gebe eine Produkt-URL vor.
Die KI analysiert die Informationen auf der Seite, erkennt Produktbilder und Produktmerkmale und erstellt daraus ein Video.
Zumindest theoretisch.
Denn zwischen „Die KI erstellt mir ein Video“ und „Die KI erstellt mir ein gutes Produktvideo“ liegt durchaus ein Unterschied.
Genau deshalb habe ich mir das Ganze einmal genauer angesehen.
Was passiert eigentlich mit einer Produkt-URL?
Der Ablauf kann erstaunlich kurz sein:
Produkt-URL eingeben → Produkt analysieren lassen → Video erstellen → kontrollieren → veröffentlichen.
Die KI kann dabei beispielsweise Produktbilder, Texte und andere Informationen aus der Produktseite verwenden.
Daraus entstehen je nach Tool unterschiedliche Arten von Videos.
Manche Systeme setzen vor allem auf Produktbilder und animieren diese.
Andere erzeugen zusätzliche Szenen, Kamerafahrten oder passende Hintergründe.
Wieder andere versuchen, aus den vorhandenen Informationen gleich eine komplette kleine Produktgeschichte zu entwickeln.
Und genau hier wird es interessant.
Denn ein Produktvideo für einen Online-Shop muss nicht unbedingt aussehen wie ein Werbespot für einen großen Konzern.
Manchmal reicht es völlig aus, wenn ein Produkt vernünftig präsentiert wird.
Gerade bei vielen Produkten kann ein einfaches, ordentlich produziertes Video bereits einen Unterschied machen.
KI Produktvideos müssen nicht immer High-End sein
Ich habe dabei zwei unterschiedliche Welten kennengelernt.
Auf der einen Seite stehen KI-Tools, mit denen sich sehr hochwertige Imagevideos produzieren lassen.
Hier kann man mit verschiedenen Szenen, Kameraperspektiven, Musik, Sprecherstimmen und aufwendigeren visuellen Elementen arbeiten.
Das Ergebnis kann tatsächlich wie ein kleiner Werbefilm wirken.
Auf der anderen Seite stehen Tools, die deutlich pragmatischer funktionieren.
Produkt-URL hinein.
Produktvideo heraus.
Das klingt zunächst weniger spektakulär.
Für einen Online-Shop kann es aber genau das sein, was man braucht.
Denn wenn ein Shop mehrere hundert Produkte hat, möchte vermutlich niemand für jedes einzelne Produkt einen individuell produzierten Werbefilm erstellen.
Die Vorteile von KI Produktvideos
Der offensichtlichste Vorteil ist natürlich die Geschwindigkeit.
Ein klassischer Produktfilm kann Planung, Aufnahmen, Schnitt, Vertonung und Nachbearbeitung benötigen.
Bei einem KI Produktvideo kann ein großer Teil dieser Arbeit automatisiert werden.
Weitere Vorteile sind:
- geringe Produktionskosten
- schnelle Erstellung
- keine eigene Kamera notwendig
- keine aufwendigen Dreharbeiten
- vorhandene Produktbilder können weiterverwendet werden
- verschiedene Videoformate sind möglich
- Videos können relativ einfach für viele Produkte erstellt werden
- Änderungen lassen sich schneller umsetzen
- die Influencer machen alles, was man will und wollen dafür ziemlich wenig
- der Produktionsprozess kann teilweise automatisiert werden
Gerade der letzte Punkt ist für mich besonders interessant.
Denn irgendwann geht es nicht mehr nur darum, ein Produktvideo mit KI zu erstellen.
Dann stellt sich die Frage:
Kann ich daraus einen Prozess machen?
Die Nachteile von KI Produktvideos
Natürlich ist nicht alles Gold, was nach KI aussieht.
Das größte Problem bleibt die Qualitätskontrolle.
Eine KI weiß nicht automatisch, was für ein Produkt wirklich wichtig ist.
Sie kann Informationen falsch interpretieren, unwichtige Eigenschaften hervorheben oder eine Szene erzeugen, die zwar gut aussieht, aber mit dem tatsächlichen Produkt nicht viel zu tun hat.
Auch bei Produktbildern muss man genau hinschauen.
Wenn die KI ein Produkt verändert, zusätzliche Bestandteile erfindet oder bestimmte Eigenschaften falsch darstellt, wird aus einem schönen Video sehr schnell ein ziemlich schlechter Produktfilm.
Dazu kommt:
Nicht jedes KI-Video sieht automatisch professionell aus.
Manche Ergebnisse wirken künstlich.
Andere sind zu beliebig.
Und manchmal merkt man bereits nach wenigen Sekunden, dass hier eine KI etwas zusammengebaut hat.
Deshalb würde ich KI Produktvideos nicht nach dem Prinzip einsetzen:
KI macht das schon.
Sondern eher:
KI übernimmt möglichst viel Arbeit und ich kontrolliere das Ergebnis.
Häufig sind auch Eingriffe in das Skript möglich und notwendig. Das wiederum führt zu manueller Arbeit, welche so zuerst nicht geplant war.
Was kostet ein KI Produktvideo?
Auch bei den Kosten gibt es große Unterschiede.
Es gibt kostenlose oder sehr günstig nutzbare Werkzeuge.
Hierbei befinden sich jedoch meist Wasserzeichen in den Videos und es ist lediglich für ein maximal zwei Videos möglich.
Für einen Onlineshop (auch einen kleinen) reicht das wahrlich nicht aus.
Viele arbeiten mit Credits oder monatlichen Abonnements.
Bei hochwertigen KI-Videos können die Kosten pro Produktion deutlich höher liegen.
Interessant wird es deshalb vor allem bei der Frage:
Was kostet mich ein fertiges Video tatsächlich?
Wenn ich für ein einzelnes Video mehrere Stunden Arbeitszeit benötige, kann ein kostenpflichtiges KI-Tool trotz monatlicher Gebühren wirtschaftlich interessant sein.
Wenn ich dagegen nur zwei Produktvideos im Monat benötige, sieht die Rechnung möglicherweise völlig anders aus.
Die Kosten sollte man deshalb nicht nur am Preis des Tools messen.
Auch die eingesparte Arbeitszeit gehört in die Rechnung.
Und dann kommt die Automatisierung
Hier wird es für mich besonders spannend.
Denn inzwischen geht es nicht mehr nur um einzelne KI-Tools.
Verschiedene Systeme können miteinander verbunden werden.
Auch eine Anbindung über MCP an ChatGPT kann dabei interessant werden. Nicht nur Interessant. Mir hat es einfach viel Spaß gemacht es auszutesten.
Damit könnte ein Prozess beispielsweise so aussehen:
Produkt auswählen → Produktinformationen auslesen → Video erstellen → Ergebnis prüfen → Beschreibung erstellen → Social-Media-Text vorbereiten.
Das bedeutet nicht, dass jeder dieser Schritte vollständig automatisiert werden muss.
Im Gegenteil.
Gerade bei kommerziellen Inhalten halte ich eine Kontrolle durch einen Menschen weiterhin für sinnvoll.
Überall lies man Human-in-the-Loop. Das ist mehr. Das ist Human Decide the next step! Oder etwas in diese Richtung.
Aber wenn die KI mir die ersten 80 Prozent der Arbeit abnimmt, muss ich mich nicht mehr mit den ersten 80 Prozent beschäftigen.
Und genau darin sehe ich einen der größten Vorteile.
Mein Fazit aus dem Experiment
Ich bin bei KI Produktvideos deshalb nicht unbedingt deshalb begeistert, weil die KI inzwischen beeindruckende Videos produzieren kann.
Das kann sie.
Interessanter finde ich etwas anderes:
Die Einstiegshürde für Videoproduktion sinkt gewaltig.
Ein Produkt, das bisher nur aus einem Foto und einer Produktbeschreibung bestand, kann plötzlich relativ unkompliziert als Video präsentiert werden.
Für große Shops kann das interessant sein.
Für kleine Shops ebenfalls.
Und auch für mein eigenes Satireprojekt Schall und Rauch Marketing und den Agenturbedarf ergeben sich daraus ganz neue Möglichkeiten.
Schau dir einfach einmal das Video zu den Above-the-Line Wäscheklammern an.
Aus einem Produkt im Shop kann ein Video werden.
Aus einer Produkt-URL kann ein Produktionsauftrag werden.
Und aus mehreren einzelnen KI-Werkzeugen kann irgendwann ein ziemlich automatisierter Prozess entstehen.
Genau deshalb werde ich das Thema weiter ausprobieren.
Denn die eigentliche Frage lautet für mich inzwischen nicht mehr:
Kann KI ein Produktvideo erstellen?
Sondern:
Wie viel davon kann ich automatisieren, ohne dass am Ende das Ergebnis schlechter wird?
