Inhaltsverzeichnis
- Der aktuelle Stand um den Instant-Checkout
- Was Instant Checkout genau ist:
- Technische Grundlage:
- Wie der Ablauf aussieht (Stand Ende 2025):
- Der Wunde Punkt des Instant-Checkout (Stand Februar 2026)
- Meine Anfrage an den Digital Dulli zum verkaufen über KI
- Seine Antwort zum Thema Instant-Checkout und rechtliche Faktoren
- 1. Der Denkfehler entsteht beim Wort „Checkout“
- 2. Ein Instant Checkout hebt keine Pflichten auf
- 3. Wie wird das technisch gelöst (oder versucht)?
- a) Informationspflichten werden in den Dialog zerlegt
- b) Der „Jetzt kaufen“ Moment wird extrem klar definiert
- 5. Wer haftet eigentlich?
- 5. Untergräbt das das System?
- Der eine Satz, der alles zusammenfasst
- Die Achilles Ferse beim Instant-Checkout aktuell über KI zu verkaufen
- 1. Warum Energielabel & Co. eine Sonderrolle haben
- 2. Warum ein reiner Chat hier rechtlich scheitert
- a) Größenanforderungen
- b) Vergleichbarkeit
- c) Beweislast
- 3. Wie Instant Checkout das (rechtlich sauber) lösen kann
- Lösung 1: Inline visuelle Module im Chat
- Lösung 2: Zwingende visuelle Produktkarte VOR Kauf
- Lösung 3: Einschränkung des Produktportfolios
- 4. Und das kommende Gewährleistungslabel verschärft alles beim Instant-Checkout
Die E-Commerce Welt ist durch den Instant Checkout und verkaufen über KI in regelrechter Aufruhr.
Was kommt da mit dem Conversational Commerce und Universal Commerce Protocol auf den Onlinehandel alles zu?
Unsicherheit entsteht. Einige Fragen sagen sich direkt:
Zuerst der Traffic Verlust und jetzt das. Da kann ich doch meinen Webshop schließen.
Ich versuche an dieser Stelle die Sache einmal theoretisch zu beleuchten, denn praktisch konnte ich hierzu leider weder Erfahrungen sammeln noch plane ich, in dieser Form einzukaufen.
Ob es in ferner Zukunft nur diesen Weg geben wird. Das steht auf einem anderen Blatt.
Und nachdem Meta bereits zurückgerudert ist und aus »Social-Commerce« wieder Social-Media wurde (also der Check-Out Prozess an sich wieder auf dem Webshop stattfindet) gilt es auch hier:
Ruhe bewahren und Fakten checken!
Und damit ich die Arbeit hier etwas delegiere greife ich auch wieder auf meinen digitalen Dulli zu.

Der aktuelle Stand um den Instant-Checkout
OpenAI hat Ende 2025 den sogenannten Instant Checkout in ChatGPT eingeführt, und er ermöglicht Nutzern tatsächlich, Produkte direkt innerhalb der ChatGPT-Unterhaltung zu kaufen, ohne die Plattform verlassen zu müssen.
Was Instant Checkout genau ist:
Es ist eine integrative Kauf-Funktion in ChatGPT, die es erlaubt:
- Produkte zu suchen,
- passende Ergebnisse direkt im Chat angezeigt zu bekommen,
- und den Kauf dort abzuschließen – inklusive Bestell-, Versand- und Zahlungsdetails – ohne einen externen Shop zu öffnen.
Technische Grundlage:
Das Ganze basiert auf dem Agentic Commerce Protocol (ACP), einem offenen Standard, den OpenAI gemeinsam mit Zahlungsdienstleistern wie Stripe entwickelt hat.
Wie der Ablauf aussieht (Stand Ende 2025):
- Du stellst eine Shopping-Frage in ChatGPT.
- ChatGPT zeigt relevante Produkte aus dem Web.
- Wenn ein Produkt Instant Checkout unterstützt, erscheint ein „Kaufen“-Button.
- Du bestätigst Adresse, Zahlungsmethode und Kauf direkt im Chat.
- Bestellung läuft direkt über den Händler (nicht über OpenAI).
Bis hier soweit klar. Verständlich das an vielen Stellen eine Verunsicherung herrscht doch Stopp!
Der Wunde Punkt des Instant-Checkout (Stand Februar 2026)
Der Kommentar eines Users in einem Magazin hat mich zum nachdenken gebracht.
Was ist mit den ganzen Gesetzen für Onlineshops?
Also habe ich mich wieder in Prompts geübt. Mehr schlecht als recht, das muss ich zugeben. Aber so stumpf, wie eine KI ist, so rede ich auch mit ihr.
Meine Anfrage an den Digital Dulli zum verkaufen über KI
Inhaltlich ging es um die Informationspflichten, welche ein Webshop immer VOR Checkout selbst per Gesetz bereitstellen muss.
Ich gehe da nicht genau darauf ein. Das sind aber doch sehr viele. Warum sollte ein Instant Checkout diese ganzen Regularien nicht erfüllen müssen?
Das untergräbt doch das gesamte System.
Seine Antwort zum Thema Instant-Checkout und rechtliche Faktoren
1. Der Denkfehler entsteht beim Wort „Checkout“
Viele denken rechtlich so:
Webshop → Produktseite → Warenkorb → Checkout → Kauf
Das Gesetz denkt aber nicht in Seiten, sondern in Zeitpunkten.
Entscheidend ist nicht, wo gekauft wird, sondern wann der Verbraucher seine verbindliche Willenserklärung abgibt.
2. Ein Instant Checkout hebt keine Pflichten auf
Ein Kauf über ChatGPT ist rechtlich:
- ein Fernabsatzvertrag
- mit Verbrauchern
- unter denselben EU Regeln wie jeder andere Onlinekauf
Das heißt:
- Preisangaben
- Produktmerkmale
- Anbieteridentität
- Widerrufsrecht
- Versandkosten
- Zahlungsbedingungen
- Button Beschriftung
- Bestellübersicht
… alles weiterhin Pflicht
Es gibt keinen „KI Bonus“ im Gesetz.
3. Wie wird das technisch gelöst (oder versucht)?
Hier wird es spannend – und auch etwas trickreich:
a) Informationspflichten werden in den Dialog zerlegt
Statt einer langen Checkout Seite:
- Infos tauchen kontextuell im Gespräch auf
- per ausklappbaren Modulen
- per „Mehr anzeigen“
- per zusammenfassender Bestellübersicht vor dem finalen Klick
Rechtlich zulässig, solange:
- alles klar
- vollständig
- leicht zugänglich
- vor Kaufabschluss
b) Der „Jetzt kaufen“ Moment wird extrem klar definiert
Der finale Button ist meist:
- eindeutig beschriftet
- mit Verweis auf Kosten
- oft gekoppelt an eine letzte Zusammenfassung
Das ist kein UX Luxus, sondern reines Haftungsmanagement.
5. Wer haftet eigentlich?
Ganz wichtiger Punkt:
Nicht die KI haftet, sondern der Händler.
Der Händler muss sicherstellen, dass:
- alle Pflichtinfos korrekt angezeigt werden
- nichts „vergessen“ wird
- der Ablauf beweisbar ist
Wenn das nicht sauber läuft:
- Abmahnrisiko
- Rückabwicklung
- Bußgelder
Deshalb sind viele Instant Checkouts:
- stark eingeschränkt
- nur für einfache Produkte
- oft regional limitiert
5. Untergräbt das das System?
Nur dann, wenn man es falsch implementiert.
Richtig gedacht heißt:
Das Recht zwingt die Technik zur Struktur
nicht
Die Technik hebelt das Recht aus
Der Checkout verschwindet nicht.
Er wird:
- dialogisch
- verteilt
- weniger sichtbar
aber nicht weniger rechtlich bindend
Der eine Satz, der alles zusammenfasst
Ein Instant Checkout ersetzt keine Informationspflichten –
er zwingt sie nur in eine neue Form.
Aber Du hast doch nicht wirklich gedacht das es damit für mich beendet war oder doch? Man sagt mir nach ich bin ziemlich hartnäckig.
Die Achilles Ferse beim Instant-Checkout aktuell über KI zu verkaufen
Ich liebe den Dialog mit der KI. Aber man muss es immer hinterfragen. Tiefer reingehen und zum Teil sizieren.
Tja, bleibt aber noch ein Problem. Energielabels und bald folgendes Gewährleistungslabel.
Wenn es nur Texte sind, wie kann das dann funktionieren? Denn auch hier gibt es Vorschriften, sogar zur Größe.
Du hast genau die richtige Sollbruchstelle gefunden.
Und nein: Das ist kein theoretisches Problem, sondern eine echte regulatorische Kollision zwischen Recht und Dialog-UX.
Ich sag’s klar:
Reiner Text reicht hier nicht. Punkt.
1. Warum Energielabel & Co. eine Sonderrolle haben
Energielabels sind keine normalen Informationspflichten, sondern:
- standardisierte visuelle Kennzeichnungen
- mit festem Layout
- definierten Farben
- Mindestgrößen
- und klarer Zuordnung zum konkreten Produkt
Das Gesetz sagt sinngemäß nicht:
Informiere über die Effizienzklasse
sondern:
Zeige DAS Label in DIESER Form und GRÖSSE
Ein Text wie »Energieeffizienzklasse A« ist rechtlich nicht gleichwertig.
2. Warum ein reiner Chat hier rechtlich scheitert
Ein dialogbasierter Checkout ohne visuelle Elemente hat drei Probleme:
a) Größenanforderungen
Wenn vorgeschrieben ist:
- Mindesthöhe
- Mindestbreite
- Lesbarkeit ohne Scrollen
dann ist ein „inline Text im Chat“ per Definition ungeeignet.
b) Vergleichbarkeit
Energielabel sind bewusst visuell, damit:
- Produkte schneller verglichen werden
- Informationen nicht „wegdialogisiert“ werden
Ein Chat, der Infos nur auf Nachfrage zeigt, konterkariert den Zweck.
c) Beweislast
Der Händler muss im Zweifel nachweisen:
Das Label wurde korrekt angezeigt.
»Die KI hat es erwähnt« ist vor Gericht wertlos.
3. Wie Instant Checkout das (rechtlich sauber) lösen kann
Und jetzt der entscheidende Punkt:
Instant Checkout ist nicht gleich Text-Chat.
Lösung 1: Inline visuelle Module im Chat
Der Chat ist nur die Oberfläche.
Technisch möglich und bereits genutzt:
- gerenderte Karten
- feste Bildcontainer
- nicht skalierbare Labels
- klar definierte Mindestgrößen
Der Chat wird zur Layout-Hülle, nicht zur Textzeile.
Lösung 2: Zwingende visuelle Produktkarte VOR Kauf
Bevor „Jetzt kostenpflichtig bestellen“ möglich ist:
- Produktkarte mit
- Energielabel
- künftig Gewährleistungslabel
- Preis
- Versand
- Anbieterinfos
Kein Scroll? Kein Kauf.
Lösung 3: Einschränkung des Produktportfolios
Deshalb sind Instant Checkouts aktuell:
- stark begrenzt
- vor allem bei
- einfachen Produkten
- digitalen Gütern
- Kategorien ohne Labelpflicht
Nicht aus UX-Gründen, sondern aus Rechtsrisiko-Management.
4. Und das kommende Gewährleistungslabel verschärft alles beim Instant-Checkout
Das neue Gewährleistungslabel ist besonders heikel, weil:
- ebenfalls visuell standardisiert
- stark verbraucherschützend
- nicht »optional erklärbar«
Das bedeutet ganz nüchtern:
Ein Checkout-System, das keine normierten visuellen Elemente sauber darstellen kann, ist für bestimmte Produktgruppen unzulässig.
Der Blick auf Informationspflichten zeigt sehr deutlich
Instant-Checkout ist kein kleines UX Feature sondern ein struktureller Eingriff in den gesamten Verkaufsprozess.
Wer verstehen will warum sich Verkauf gerade von Seiten Logiken löst und stattdessen in Entscheidungen Agenten und Systeme wandert sollte einen Schritt zurückgehen
Im Beitrag Vom klassischen Verkauf zum Agentic Commerce
geht es genau um diesen Übergang weg vom sichtbaren Shop
hin zu handelnden Systemen die kaufen auslösen steuern und vorbereiten
Der Instant Checkout ist dabei nicht der Anfang sondern eine Konsequenz
